Kalte Nahwärme
Ein Netz für ein ganzes Quartier, ohne Wärmeverluste
Ein kaltes Nahwärmenetz führt keine heisse Wärme durch das Quartier, sondern Umweltwärme auf niedrigem Temperaturniveau, üblicherweise zwischen 0 und 20 Grad. Die eigentliche Wärme entsteht erst im Haus, in der Wärmepumpe jedes einzelnen Gebäudes.
Weil die Temperatur im Netz so tief liegt, geht unterwegs praktisch nichts verloren. Im Sommer läuft dasselbe Netz rückwärts und kühlt die Gebäude, die Abwärme wandert zurück in den Untergrund und regeneriert die Quelle.
Das Prinzip
Drei Bausteine, mehr braucht es nicht
Die gemeinsame Quelle
Ein zentrales Sondenfeld, Flächenkollektoren, ein Eisspeicher oder Abwärme aus Abwasser. Erschlossen wird einmal für alle, statt einmal pro Parzelle.
Das Leitungsnetz
Eine ringförmige Leitung mit Wasser-Glykol-Gemisch verbindet die Gebäude. Ungedämmt möglich, weil das Temperaturniveau nahe am Erdreich liegt.
Die Wärmepumpe im Haus
Jedes Gebäude hebt die Temperatur selbst auf das Niveau, das es braucht. Jede Partei heizt und rechnet für sich, und kann im Sommer kühlen.
Umweltbilanz
Am Gebäude entsteht kein CO₂
Im Quartier gibt es keinen Kamin, keine Feinstaubbelastung und keine Brennstofflieferung. Was an Emissionen übrig bleibt, hängt am Strommix, und der lässt sich mit einer eigenen Photovoltaikanlage weiter verbessern.
Vorteile
Wer was davon hat
Für die Umwelt
- Keine direkten CO₂-Emissionen am Gebäude
- Keine Feinstaubbelastung im Quartier
- Hohe Energieeffizienz über das ganze Netz
- Nutzung erneuerbarer Umweltwärme
- Sparsamer Umgang mit Primärenergie
Für die Bauherrschaft
- Energetische Vorgaben werden erfüllt
- Tiefe Investitions- und Betriebskosten
- Unabhängigkeit von Brennstoffpreisen
- Keine eigene Quellenerschliessung nötig
- Kühlung im Sommer ist inbegriffen
Für Energieversorger
- Überschaubare Amortisationszeit
- Ein Angebot für mehr Energieautarkie
- Investition mit langer Perspektive
- Netz lässt sich etappenweise erweitern
- Kosten- und Planungssicherheit über Jahre
Für Gemeinden
- Ortsentwicklung mit einem Energiekonzept
- Sichtbarer Beitrag zur Klimastrategie
- Bessere Vermarktung von Bauland
- Hohe Akzeptanz in der Bevölkerung
- Gute Energiebilanz über das ganze Gebiet
Vorgehen
Vom Perimeter zum Betreibermodell
Versorgungsgebiet eingrenzen
Welche Gebäude hängen am Netz? Das ist die Grundlage für alles Weitere, technisch wie wirtschaftlich.
Wärmebedarf ermitteln
Heiz- und Kühllast aller Gebäude, inklusive Gleichzeitigkeit und Verlusten im Netz.
Quelle konzipieren
Meist ein zentrales Sondenfeld. Wo der Untergrund nicht mitspielt, kommen Kollektoren, Eisspeicher oder Abwasser infrage.
Energie- und Umweltbilanz
Was das Netz gegenüber Einzellösungen einspart, in Zahlen statt in Absichtserklärungen.
Wirtschaftlichkeit rechnen
Vergleich mit den Alternativen, über die Lebensdauer und nicht nur über die Investition.
Betreibermodell festlegen
Wer besitzt die Anlage, wer betreibt sie, wer bezieht Wärme zu welchem Tarif?
Wir begleiten diese Schritte von der ersten Abschätzung bis zur Inbetriebnahme und betreiben Anlagen auf Wunsch auch im Contracting.
Beispiel
Ein Netz für 40 Gebäude
Schifferstadt, seit 2015 in Betrieb
Die Stadtwerke Schifferstadt erschlossen ein Neubaugebiet mit einem zentralen Sondenfeld statt mit Gas. Jedes Gebäude bekam eine eigene Wärmepumpe mit Kühlfunktion, das Netz läuft mit rund 12 Grad Vorlauf.
- Gebiet20'000 m² Neubaugebiet, 40 Gebäude
- Leistung230 kW Heizlast, 150 kW Kühllast
- Quellezentrales Sondenfeld mit 28 Sonden à 100 Bohrmeter
- MediumWasser-Glykol-Gemisch, rund 12 °C Vorlauf
- GeräteBasic Line Ai1 Geo NC mit Kühlfunktion
In der Schweiz sind wir unter anderem im Ökoquartier Plaines-du-Loup in Lausanne im Erdsondenverbund unterwegs. Zu den Referenzen
Planen Sie ein Quartier oder eine Überbauung?
Je früher die Quelle im Spiel ist, desto günstiger wird sie. Wir rechnen Ihnen den Wärmebedarf, das Sondenfeld und die Wirtschaftlichkeit durch, bevor der Spatenstich alles festlegt.